Doporučuji Vám nový, nadherný, internetový prohlížeč - Vivaldi Vivaldi - Prohlížeč pro naše přátele

Fraktur- und Kurrentſchrift

Přepis - transliterace 03

Kirchenbücher

Die Kirchenbücher in Wüſten
----------------------------
beginnen am 12. 3. 1671.
Die Geburts- u. Kopulationseintragungen
ſtehen durcheinander.
Die Sterbefälle bis Juni 1684 ſind am
Rande kurz vermerkt u. ſind jetzt
teilweiſe unleſerlich.
Von Juli 1684 bis April 1684 iſt das
Totenregiſter vorhanden.
Es fehlt das Totenregiſter von 1686
bis 1717; es iſt von den Pfarrern
Johann Henrich Stöcker u. deſſen Sohn
Johann Otto Stöcker nicht geführt.
Auch die übrigen Regiſter ſind von
dem erſtgenannten Pfarrer nur bis
Januar 1713 geführt, während ſein
Sohn erſt Anfang Juni 1713 ſein Amt
antrat.
Im 3. Band des Kirchenbuches fehlt
das Geburtsregiſter von Januar bis Anfang
November 1714; wahrſcheinlich ſind die
Blätter verloren gegangen oder beim Neu-
einbinden vergeſſen worden.

Verze v pdf - Rudolf Koch Fraktur

Der in der Luft gehangene Brief 1

Der in der Luft gehangene Brief
-------------------------------
Ein Buch neuer, warhaftiger und trauri-
ger Warnungsbericht von dem am 29. Win-
termonat 1721 zu Wenkenburg in der Luft
gehangenen Brief, welchen Gott hat ſehen
laſſen vor und in der Stadt, alſo daß
Niemand weiß, worauf oder warum er han-
get, iſt mit goldenen Buchſtaben geſchrieben
und von Gott durch den Engel geſandt.
Wer Luſt hat, ihn abzuſchreiben, zu dem
neiget er ſich, wer aber nicht Luſt hat, ihn
abzuſchreiben, vor dem flieht er in die Luft.
Erſtlich heißt es in dieſem Brief: Ich gebiete
euch; daß ihr am Sonntag nicht arbeiten ſollt
ſondern mit Andacht fleißig in die Kirchen
gehet und fleißig betet und unter meinem
Angeſicht euch nicht ſchmücket. Zum andern
ſollet ihr keine fremden Haare oder Perüken
tragen, noch Hoffahrt damit treiben. Von
euern Reichthümern ſollet ihr den Armen
auch mittheilen und glauben, daß dieſer
Brief von Gottes eigener Hand geſchrieben
Der in der Luft gehangene Brief 2

iſt und von Jeſu Chriſto uns iſt aufgeſetzt,
auf daß ihr nicht thut wie das unvernünf-
tige Vieh. Ihr habt ſechs Tage in der Woche,
eure Arbeit zu verrichten, aber den Sonntag
ſollet mir heiligen. Wollet ihr mir es
aber nicht thun, ſo will ich Krieg, Peſtilenz
und Hugersnoth auf Erden ſchicken und
mit vielen Plagen euch ſtrafen, auf daß
ihr's hart empfindet. Zum dritten gebiete
ich euch: daß ihr am Samstag nicht zu ſpät
arbeitet und am Sonntag früh wieder in
die Kirche gehet, ein Jeder, er ſei jung oder
alt, in wachender Andacht ſeine Sünden
bekenne, auf daß ſie euch vergeben werden.
Zum vierten: Begehret nicht Gold oder Silber,
treibet nicht Betrug mit keinen Sachen, noch
Hoffahrt, noch Fleiſchesluſt und Begierden,
ſondern gedenket, daß ich Alles gemacht habe
und wieder zerſchmeißen kann. Keiner
rede dem Andern Böſes nach und freue ſich
nicht, wenn ſein Nächſter arm wird, ſondern
habe Mitleiden mit demſelben. Ihr Kinder,
ehret euren Vater und Mutter, wer das
Der in der Luft gehangene Brief 3

nicht glaubt und nicht haltet, der ſei verlo-
ren und verdammt. Jeſus hat das mit ſeiner
eigenen Hand geſchrieben, wer es widerſpricht
und von mir abſteht, der ſoll meine Hülfe
nicht zu erwarten haben. Der den Brief hat
und nicht offenbaret, der ſei verflucht von der
herrrlichen Kirche Gottes und von meiner all-
mächtigen Hand verlaſſen. Dieſer Brief wird
einem Jeden gegeben abzuſchreiben und ſol-
ten eurer Sünden ſo  viele ſein als Sand
am Meer und Gras auf dem Felde, ſo ſol-
len ſie euch vergeben werden, ſo ihr es
glaubt und haltet, was dieſer Brief euch ſagt.
Ich werde euch am jüngſten Tage fragen
und ihr werdet mir von euren Sünden wegen
nicht ein Wort können antworten. Wer dieſen
Brief hat zu Haus, dem wird kein Wetter
erſchießen oder Donner erſchlagen, vor Feu-
er und Waſſer wird er bewahrt und ſicher
ſein. Welche Perſon den Brief hat und bei
ſich trägt und den Menſchenkindern offenbar-
ret, der ſoll einen fröhlichen Abſchied von
dieſer Welt nehmen und empfangen.
Der in der Luft gehangene Brief 4

Haltet meinen Befehl, den ich euch gegeben
durch den Diener, welchen ich geſandt habe.
Ich ein Apoſtel, noch für euch gegeben zu
Wenkenburg, wie in der Luft gehangenen
Brief den 29. Wintermonat 1721.
Der Menſch betrachtet doch, was ſich
hier zugetragen, Gott hat es ſo geführt
und das iſt ſeine Hand, er wolle, daß wir
nicht ſeine Strafen müßen tragen. Ach Herr,
behüte ſelbſt die Stadt und unſer Land,
ach laß uns dieſe Ruh' noch lange Zeit
genießen und dieſen Gnadenſtrom be-
ſtändig auf uns fließen.