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Fraktur- und Kurrentſchrift

Přepis - transliterace 02

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Artikel X.
Die Feſtſetzung und beziehungsweiſe Genehmigung der Tarife
und der Fahrordnungen für die in dieſem Vertrage ad Artikel I be-
ſprochenen Eiſenbahnen bleibt, jedoch unbeſchadet der in den Conzeſſions-
urkunden dießfalls getroffenen beſonderen Beſtimmungen, der
Königlich bayeriſchen Regierung, in deren Gebiete ſich das
Hauptunternehmen befindet, vorbehalten, welche hiebei die In-
tereſſen des Verkehrs gehörig berückſichtigen wird.
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Die Tarife und Transportbeſtimmungen ſollen für die in den
beiderſeitigen Gebieten zu bauenden Eiſenbahn-Strecken nach
vollkommen gleichen Grundſätzen feſtgeſtellt werden.
Ueberhaupt ſoll ſowohl hinſichtlich der Beförderungspreiſe als der
Zeit der Abfertigung bezüglich der Bewohner beider contrahirenden
Staaten und bezüglich der, aus dem Gebiete des einen Staates in
das Gebiet des anderen Staates übergehenden Transporte kein
Unterſchied gemacht werden. -
Artikel XI.
Die Eiſenbahn von Hof nach Waldſaſſen wird als beiderſei-
tige Zollſtraße erklärt und auf demſelben allen nicht einem unbedingten
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Ein- Aus- und Durchfuhr-Verbote unterliegenden Waaren der Ein-
und Austritt ſowohl bei Tag als bei Nacht für den vorſchriftmäßi-
gen Bahnbetrieb geſtattet.
Nur rückſichtlich der Einfuhr von Gegenſtänden der Staatsmono-
pole nach Oeſterreich bleibt die Beſtimmung des § 19 litera a der
öſterreichiſchen Zoll- und Staatsmonopols-Ornung aufrecht.
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Artikel XII.
Die Zollbehandlungen für die Ein- Aus- und Durchfuhr mittels
jener Bahn ſollen in den Bahnhöfen zu Aſch und Eger vorgenom-
men werden. Zu dieſem Zwecke wird von den kontrahirenden
Regierungen in den gedachten beiden Bahnhöfen je ein Grenz-
Zollamt errichtet und beziehungsweiſe zuſammen gelegt.
Dieſen Grenzzollämtern ſind mindeſtens die Befugniße eines Ne-
benzollamtes I Claße mit Begleitſchein- Aus- und Abfertigungs-
befugnißen einzuräumen, und ſind die Befugniße dieſer Aemter
entſprechend zu erweitern, wenn der Verkehr dieß in der Folge er-
fordern ſollte.
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Artikel XIII.
Die kaiſerlich königlich öſterreichiſche Regierung wird für den
unmittelbaren Gütertranſit durch ihr Gebiet auf jener Bahn die
Freiheit von allen Durchgangsabgaben aufrecht erhalten.
Waaren, welche in vorſchriftsmäßigen verſchließbaren Eiſenbahnwägen
auf der genannten Eiſenbahn aus Bayern durch öſterreichiſches Gebiet
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nach Bayern  ohne Umladung durchgeführt werden, ſollen in Oeſter-
reich von der Deklaration, Abladung und Reviſion, ſowie vom Kol-
lo-Verſchluße frei bleiben, inſofern dieſelben durch Uebergabe
der Ladungsverzeichniße und Frachtbriefe zum Durchgange ange-
meldet werden.
Im Uebrigen haben für dieſe Bahn diejenigen Beſtimmungen re-
ciproke  und beziehungsweiſe analoge Anwendung zu finden, wel-
che im Staatsvertrage über Eiſenbahn-Verbindungen vom 21ten
Iuni 1851 in den Artikeln 85 – 108 rückſichtlich des Zollweſens und
insbeſondere für die Bahnſtrecken zwiſchen Salzburg und Kufſtein
vereinbart ſind.
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Artikel XIV.
Die Kaiſerlich Königlich öſterreichiſche Regierung geſtattet Zoll-
freiheit:
a.) für alle den bayriſchen Aemtern in den Bahnhöfen zu Aſch und
Eger ſowohl zur erſten Einrichtung als auch für den laufenden
Dienſt erforderlichen Gegenſtände, ſowie für die Ueberſied-
lungs-Effekten  der bayriſchen Bedienſteten;
b.) für alle zum Baue, Bauunterhalte und Betriebe der Hof-Eger-Wald-
ſaßener Bahn auf öſterreichiſchem Gebiete benöthigten Gegenſtände,
welche von den bayeriſchen Eiſenbahn-Verwaltungen aus ihren in
Bayern befindlichen Magazinen, Depots und Werkſtätten bezogen
werden, in beiden |: ad a und b :| erwähnten Fällen jedoch gegen
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Beibringung von Spezificationen und Certifikaten der einſchlägigen
königlich bayeriſchen Behörde und für die bayeriſche Oſtbahn des bei der-
ſelben beſtellten königlichen Kommißärs über die Beſtimmung und
Nothwendigkeit der Verwendung der fraglichen Gegenſtände auf der
in Oeſterreich gelegenen Strecke, und gegen Beobachtung der für den
ausnahmsweiſen zollfreien Bezug von Gegenſtänden in Oeſterreich
vorgezeichneten Bedingungen.
Die Controle über die Verwendung dieſer Gegenſtände wird
durch die beiderſeitigen Zollbehörden im gegenſeitigen Benehmen
feſtgeſetzt werden.
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Artikel XV.
Die wegen der Handhabung der Paß- und Fremden-Polizei bei
Reiſen mittelſt der Eiſenbahnen unter den beiden Regierungen
ſchon beſtehenden oder noch zu vereinbarenden Beſtimmungen, ſollen
auch auf die in Rede ſtehenden Eiſenbahn-Verbindungen Anwendung
finden.
Ueberhaupt ſoll bei der Paßreviſion jede, nach den in beiden
Staaten beſtehenden Geſetzen zuläſſige Erleichterung und Vereinfachung
im Intereſſe des Verkehrs eintreten.
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Artikel XVI.
Inſoferne ſich die Nothwendigkeit ergeben ſollte, über die Mani-
pulation des Poſt- und Telegraphen-Dienſtes auf den Grenzſtationen
noch beſondere nähere Verabredungen zu treffen, ſollen dieſelben
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von Commißären der beiderſeitigen Regierungen nachträglich ge-
pflogen werden.
Artikel XVII.
Von den innerhalb des öſterreichiſchen Gebietes gelegenen Strecken
der im Artikel I erwähnten Eiſenbahnen ſollen mir Rückſicht auf
deren geringe Ausdehnung und Unſelbſtändigkeit, mit Ausnahme
der Grundſteuer für die eingelöſten oder ſonſt erworbaren Grün-
de und ſonſtigen Objekte, keinerlei Abgaben und Steuer erworben
werden.
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Die gedachten Eiſenbahn-Unternehmungen bleiben daher auch
rückſichtlich der auf öſterreichiſchem Gebiete gelegenen Strecken
von der Stempel- un Gebühren-Entrichtung rückſichtlich ihrer Bücher-
Fahrkarten und ſonſtigen Schriften befreit, und hat demnach bei ih-
nen die Stempel- un Gebühren-Entrichtung blos hinſichtlich der in Oeſter-
reich abgeſchloßenen förmlichen Rechtsgeſchäfte und ausgeſtellten
eigentlichen Rechtsurkunden einzutreten.
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Artikel XVIII.
Im Falle die gedachten auf öſterreichiſchem Gebiete gelegenen
Bahnſtrecken nach Ablauf der Conzeſſionsdauer oder durch Einlöſung
von der öſterreichiſchen Regierung erworben werden ſollten,
wird für die entſprechende Fortführung des Betriebes auf dieſen
Strecken durch ein beſonderes Uebereinkommen Vorſorge getroffen
werden. -
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Artikel XIX.
Gegenwärtiger Vertrag ſoll zur landesherrlichen Genehmigung
vorgelegt und die Auswechſlung der Ratificationsurkunden ſpä-
teſtens binnen 4 Wochen in München bewirkt werden.
Zur Beglaubigung deſſen haben die Bevollmächtigten dieſen
Vetrag unterzeichnet und beſiegelt.
München den 17ten Iuni 1863