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Fraktur- und Kurrentſchrift

Přepis - transliterace 01

kurrent - Kurrentschrift - kurent 01

Seine Majeſtaet der Kaiſer von Oeſter-
reich und Seine Majeſtaet der Koenig von
Bayern, von dem Wunſche geleitet die Eiſenbahnver-
bindungen der beiderſeitigen Staatsgebiete zu vervollſtändi-
gen, haben zum Zwecke einer hierüber zu treffenden Ver-
einbarung zu Bevollmächtigten ernannt:
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Seine Majeſtaet der Kaiſer von Oeſterreich:
Herrn Vinzenz Maly, Ritter von Ievanovič, Ritter des
Ordens der eiſernen Krone III Claſſe, des Verdienſtordens
der Königlich Bayriſchen Krone und des Königlich Preuſi-
ſchen rothen Adler, Ordens II Claſſe, Comthur des Königlich Säch-
ſiſchen Albrecht-Ordens, Kaiſerlich Königlicher Miniſteri-
alrath im Miniſterium für Handel und Volkswirth-
ſchaft Doktor der Rechte c. c.
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Seine Majeſtaet Koenig von Bayern:
Herrn Wilhelm von Weber, Ritter des Verdienſtor-
dens, der Königlich Bayriſchen Krone und des Bayriſchen
Verdienſtordens vom heiligen Michael, Comtur des Kaiſer-
lich Oeſterreichiſchen Franz-Joſeph Ordens, des Herzoglich Sachſen-
Erneſtiniſchen Hausordens und des Großherzoglich Sachſen-
Weimariſchen Ordens vom weißen Falken, Offizier der
franzöſiſchen Ehrenlegion, Ritter des Ordens der Königlich-
württembergiſchen Krone, Miniſterialrath im Staats-
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Miniſterium des Königlichen Hauſes und des Aeußern
und
Herrn D. Johann Michael Diepolder, Ritter des Kaiſerlich Kö-
niglich Oeſterreichiſchen Ordens der eiſernen Krone III Claſſe,
Miniſterialaſſeſſor im Königlichen Staatsminiſterium
des Handels und der öffentlichen Arbeiten,
welche nach geſchehener Mittheilung und gegenſeitiger Anerken-
nung ihrer Vollmachten über folgende Punkte übereingekom-
men ſind:
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Artikel I.
Die Kaiſerlich Königlich Oeſterreichiſche und die König-
lich Bayeriſche Regierung verpflichten ſich, den Bau der
Eiſenbahnſtrecken:
a.) von Hof beziehungsweiſe Oberkotzau über Aſch und
Franzensbad nach Eger;
b.) von Eger an die böhmiſch-bayriſche Grenze bei Waldſaſſen
zum Anſchluße an die bayeriſche Oſtbahn zu geſtatten und zu
fördern.
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Artikel II.
Zu dieſem Zwecke ertheilen die Kaiſerlich Königlich Oeſterreichi-
ſche und die Königlich Bayeriſche Regierung jede für die, in
ihrem Staatsgebiete gelegene Strecke die Conzeſſion zum Baue
und Betriebe einer Lokomotiv-Eiſenbahn für die in Artikel
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I ad a erwähnte Linie zu Hof gebildeten Eiſenbahn Conſor-
tium, und für die im Artikel I ad b erwähnte Linie der
königlich privilegierten Aktiengeſellſchaft der bayeriſchen Oſt-
bahnen.
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Artikel III.
Ueber dieſe ertheilten Conzeſſionen werden ſich die beiden
contrahirenden Regierungen unter Anſchluß von Copien
der diesfalls angefertigten Urkunden gegenſeitig Mit-
theilung machen.
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Artikel IV.
Nach der bisher commiſſionell feſtgeſtellten Trace hat die
in Artikel I ad a erwähnte Bahn bei Wildenau und die im
ſelben Artikel ad b bezeichnete Bahn bei Schoenlind die boehmiſch-
bayeriſche Landesgrenze zu überſchreiten.
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Artikel V.
Die nach dieſem Vertrage zu erbauenden Eiſenbahnen haben
haben gleichmäßig eine Spurweite von 4 Fuß 8 1/2 Zoll engliſchen
Maßes in Lichten der Schienen zu erhalten und ſollen
bezüglich der Einrichtungen des Baues |: namentlich auch rück-
ſichtlich der Conſtruktion des Oberbaues :| dann bezüglich der
Betriebsmittel, der Signaliſierungsverrichtungen und ſonſtigen
Betriebseinrichtungen mit den diesfälligen auf den übrigen
bayeriſchen Bahnen beſtehenden und von der Königlich Bayeriſchen
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Regierung genehmigten analogen Einrichtungen übereinſtimmen.
Auch ſollen die auf ſolche Weiſe konſtruierten Lokomotive und
Waggons |: welche die Königlich bayeriſche Regierung in Betreff
ihrer Betriebsfähigkeit einer ſorgfältigen Prüfung unterwer-
fen und gehörig überwachen wird :| ohne weiteres auf die in
Oeſterreich gelegene Strecken dieſer Bahnen übergehen dürfen.
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Artikel VI.
Die volle Landeshoheit |: alſo auch die Ausübung der Juſtiz-
und Polizei-Gewalt :| bleibt in Anſehung der, das Kaiſerlich
öſterreichiſche Gebiet und beziehungsweiſe das Königlich bayeri-
ſche Gebiet durchſchneidenden Bahnſtrecken auf dem öſterreichi-
ſchen Gebiete Seiner Majeſtät dem Kaiſer von Öſterreich und
auf dem bayeriſchen Gebiete Seiner Majeſtät dem Könige
von Bayern ausſchließlich vorbehalten.
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Artikel VII.
Unbeſchadet des Hoheits- und Aufſichtsrechtes der contrahi-
renden Regierungen über die in ihrem Gebiete gelegenen
Bahnſtrecken ſoll die Bahnbetriebspolizei unter Aufſicht der da-
zu in jedem Staatsgebiete kompetenten Behörden, in Gemäß-
heit der für jedes Gebiet geltenden Vorſchriften, zunächſt durch
die Beamten der Eiſenbahnbetriebs-Verwaltung gehandhabt wer-
den, welchen auch auf öſterreichiſchem Gebiete jene Befugniße
eingeräumt werden, welche für die Beamten öſterreichiſcher
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Bahnen Geltung haben. -
auch wird die Kaiſerlich öſterreichiſche Regierung Vorſorge treffen, daß
dieſe Beamten auß der in Oeſterreich gelegenen Strecke in
Ausübung der bahnpolizeilichen Amtshandlungen von den Staatsor-
ganen die nöthige Unterſtützung erhalten.
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Artikel VIII.
Die Ernennung der für den Betrieb auf den in Oeſterreich ge-
legenen Strecken erforderlichen Beamten und Diener kommt
ausſchließlich der bayeriſchen Regierung, beziehungsweiſe der
einſchlägigen bayeriſchen Einſenbahn-Verwaltung zu, welche auch
über dieſelben die Disciplinargewalt  im Dienſte auszuüben hat.
Das geſammte Beamten- Diener-  und Arbeiter-Perſonale unterſteht
jedoch während des Aufenthaltes auf öſterreichiſchem Territorium
den öſterreichiſchen Geſetzen und Polizei-Verordnungen.
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Bei allenfallſigen  Verhaftnahme der konventionsmäßig auf öſter-
reichiſchem Gebiete aufgeſtellten bayeriſchen Eiſenbahn- Poſt- und
Telegraphenbeamten hat das mit Verordnung des Kaiſerlich König-
lich öſterreichiſchen Iuſtiz-Miniſteriums vom 18ten Dezember
1850 |: N 472 des Reichsgeſetzblattes vom Jahre 1850 :| vorge-
zeichnete Verfahren in Anwendung zu kommen. -
Artikel IX.
Die Königlich Bayeriſche Regierung leiſtet die Zuſage, daß
innerhalb des öſterreichiſchen Gebietes ſolche Beamte, Diener
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und Arbeiter, welche wegen gemeiner Verbrechen oder Vergehen, we-
gen Schleichhandels oder ſchwerer Gefällsübertretungen rechtskräftig
verurtheilt worden ſind, zum Dienſte und beziehungsweiſe zur Arbeit
wißentlich nicht werden verwendet werden.

Ukázky pochazí ze stránky věnované železnici. Jedná se o smlouvu mezi Rakouskem a Bavorskem o železničním spojení Aše, Chebu a Waldsassen. Mnichov, 17. června 1863. Národní archiv, fond Ministerstva zahranicních věcí Vídeň, karton 6.